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Wie Sie Ihre alten Tapes zu einer neuen Backup-Lösung migrieren – Teil 2: IBM Tivoli Storage Manager (TSM)

Tape Backup

Wie wir im ersten Teil dieses Artikels gesehen haben, ist ein Migrationsprojekt von einer Backup-Bandlösung zu einer neuen, komplizierter und schwieriger, als man erwarten könnte. Im ersten Teil erläuterten wir den Prozess der Migration zu oder von einer Commvault-Backup-Lösung, jetzt beleuchten wir IMBs Tivoli Storage Manager (TSM).

Wie funktioniert typischerweise eine Tivoli Storage Manager (TSM) Backup-Migration?

Um die Migration von TSM zu einem anderen Bandsicherungsprodukt so reibungslos wie möglich zu gestalten, müssen Sie mehrere Aspekte berücksichtigen: Zuerst müssen Sie Ihre spezifischen Daten aus Ihrem aktuellen Backup auf einen anderen Speicherplatz „entpacken“, um Zugriff darauf zu erhalten. Dazu verwenden Sie die von TSM bereitgestellten Werkzeuge. Wenn Sie nur die ursprünglichen Daten benötigen, extrahieren und exportieren Sie diese einfach aus TSM. Wenn Sie die gesamte Bibliothek und die Metadaten mit den gespeicherten Daten in das neue System importieren wollen, werden Sie schwerwiegende Probleme haben, da es keine Produkte auf dem Markt gibt, die die TSM-Metadaten in ein neues System kopieren. Hoffentlich sind Ihre Bänder nicht beschädigt oder enthalten beschädigte Daten, wenn die einzige Sicherung auf diesem Band gespeichert ist. Und das ist nur die üblichenDinge, die Sie normalerweise beachten müssen. Aber in einigen Migrationsprojekten muss noch weit mehr mögliche Probleme berücksichtigen:

Eine schwierige Aufgabe ist eine Migration von TSM zu NetWorker. Das liegt daran, dass mehrere Vorsichtsmaßnahmen zu berücksichtigen sind: Da TSM die größere Lösung ist und Daten auf andere Weise sichert, gibt es keine interne oder externe Software, die Ihnen bei der Migration helfen kann. Sie müssen eine Sicherungskopie oder ein Backup erstellen und die Daten mit der Wiederherstellungsfunktion extrahieren. Außerdem müssen Sie den Inhalt in die NetWorker Lösung importieren. Darüber hinaus müssen Sie die NetWorker-Softwarearchitektur für Ihre speziellen Umgebungs- und Sicherungsaufgaben von Grund auf neu erstellen, da TSM Daten von ihren Knoten in die Speichergruppen sichert und dann die Daten auf das Band migriert, während NetWorker die Daten nur in den Knoten speichert. Außerdem kann NetWorker Daten auch direkt auf Band speichern, während TSM auch seine Daten zuerst auf dem Server-Speicher speichert und später dann in die Bandbibliothek überträgt. Dies alles muss berücksichtigt werden, wenn Sie das neue NetWorker Architekturdesign einrichten, Richtlinien festlegen und Backup-Jobs planen, was auch keine leichte, sondern eine zeitaufwändige Aufgabe ist.

Die Migration von Backups aus einer anderen Backup-Lösung nach TSM ist auch keine leichte Aufgabe und kann Ihnen schlaflose Nächte bereiten. Die häufigste Lösung für die Migration Ihrer Backups von z.B. einem Commvault-Produkt – sei es eines der älteren Softwarepakete oder das neue Simpana-Release – ist es, Ihre vorhandenen Commvault-Dateien zu verwenden, um Ihre Daten an einem neuen Storage-Ort wiederherzustellen und mit TSM erneut zu sichern. Obwohl es einige Software-Lösungen auf dem Markt gibt, die zum Beispiel die Übersetzung von „Commvault-Metadaten“ an TSM anbieten, ist dies eine zeitaufwendige und kostspielige Angelegenheit. Und wenn der Prozess bei der Verwendung eines dieser Software-Tools scheitert, ist es möglich, wertvolle Daten oder Commvault-Einstellungen zu beschädigen oder zu verlieren. Zusätzlich nutzt Commvault wie alle anderen Backup-Software-Lösungen spezielle Datenformate, die die Daten komprimieren. Wenn die Datenstruktur zerstört wird, ist es eine schwierige Aufgabe, die Sicherungsstruktur sowie die Daten wiederherzustellen. Es ist wie das Finden einer Nadel in einem Heuhaufen. Und wenn Sie während dieses Vorgangs einen Datenverlust erleiden, können Sie die Migration nach TSM von Anfang an neu starten.

In beiden Fällen – entweder beim Migrieren von oder nach TSM – müssen viele Überlegungen berücksichtigt werden, und die Mitarbeiter, die für dieses Projekt verantwortlich sind, müssen genau wissen, welche Produkte und welche Tricks und Workarounds für eine Migration im Detail benötigt werden. In den meisten Fällen werden Sie diese Art von Experten in Ihrem Unternehmen nicht finden.

Für ein solches Migrationsprojekt ist es ratsam, sich von den Experten von Kroll Ontrack beraten zu lassen. Für den Fall, dass Ihr Migrationsprojekt zeitkritisch ist, können die Experten von Kroll Ontrack Ihnen dabei behilflich sein, die Daten aus dem TSM herauszuholen, die Bandkatalog- und Bibliothekslisten zu durchsuchen und auszulesen, nur die wichtigen Daten zu extrahieren sowie andere Band- und Migrationsdienste durchzuführen.

Darüber hinaus, wenn aus irgendeinem Grund ein Migrationsprozess nicht ordnungsgemäß funktionierte, können Sie auch die Daten, die während des Prozesses verloren gegangen waren, wiederherstellen. Mit ihren standardisierten Verfahren und Erfahrungen machen die Experten von Kroll Ontrack ein solches Migrationsprojekt nicht nur störungsfrei, sondern auch zeit- und kosteneffektiv.

Wie wird man alte Legacy-Backup-Lösungen los, während man immer noch in der Lage ist auf die Daten zugreifen?

Wie Sie sehen können, ist ein Migrationsprojekt keine leichte Aufgabe. Warum ist es also notwendig, auf eine neuere Backup-Lösung zu wechseln oder zu konsolidieren? In vielen Fällen ist das nicht notwendig. Oft ist es für Unternehmen ausreichend, einen Überblick über den Inhalt der Bänder zu erhalten und dann eine Wiederherstellung nach Bedarf / Datenwiederherstellung durchzuführen, wenn Dateien wirklich benötigt werden, z.B. bei einer Untersuchung oder ähnlichen Situationen. Vor allem, wenn Sie eine große Menge an Bändern in Ihren Archiven haben, aber nicht mehr die entsprechende Hardware, Backup-Software oder die Ausrüstung besitzen, Bänder und Backup-Lösungen alt werden und Treiber, Teile oder Updates schwer zu bekommen sind. In diesen Fällen ist es oft sinnvoller, „nur“ vorzukatalogisieren, die vorhandenen Bänder zu indizieren und Dateien nur dann wiederherzustellen, wenn es notwendig ist. Hier macht es einfach keinen Sinn mehr, eine voll funktionsfähige Backup-Lösung am Laufen zu halten. Allerdings müssen die Katalogdateien sicher gespeichert werden und immer wieder mal überprüft werden, dass man auf sie zugreifen kann.

 

Bildnachweis: Kroll Ontrack GmbH, Böblingen, Deutschland