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Datenverlust in der Cloud – wer haftet?

Es ist schon sehr praktisch: ein Online-Speicher mit Zugriff von überall – und manchmal sogar kostenlos. Da ist es logisch, dass das Speichern in der Cloud immer beliebter wird.

Was ist aber, wenn Daten aus der Cloud verloren gehen? Wer haftet beim Verlust von privaten Bildern oder wichtigen Firmenunterlagen?

Die Cloud-Anbieter wollen natürlich nicht haften, entsprechende Formulierungen finden sich normalerweise in den Nutzungsbedingungen oder den AGB. So wird angegeben, dass für
die Datensicherheit keinerlei Haftung übernommen werde. Der Kunde müsse sich schon selbst um die Sicherheit seiner Daten kümmern.

Nun ist aber nach deutschem Recht ein vollständiger Haftungsausschluss in den AGB nicht gültig. Sind Ihre Daten bei einem deutschen Anbieter gespeichert, so haftet dieser auch – bei grober Fahrlässigkeit oder Vorsatz zumindest.

Aber auch wenn Sie als Verbraucher bei einem ausländischen Anbieter sind, gilt in der Regel das deutsche Verbraucherschutzrecht. Wenn Sie den Klageweg beschreiten wollen, müssen Sie allerdings den Anbieter nach dem Recht seines Landes verklagen – Microsoft als Beispiel müssten Sie in den USA mit einem amerikanischen Anwalt nach kalifornischem Recht verklagen. Das lohnt sich in den seltensten Fällen.

Und auch wenn Sie gewinnen, aber der Anbieter kein Verbraucherschutzrecht hat, bringt Ihnen der Anspruch nichts. Die Daten bekommt man per Gerichtsurteil nicht wieder, allenfalls einen Schadensersatz. Doch wer schätzt den Wert Ihre Daten?

Außerdem kann es passieren, dass die Richter Ihnen ein Mitverschulden aufbürden, weil Sie selbst kein Backup Ihre Daten haben.

Kurz: Cloud-Dienste sind hilfreich und sinnvoll. Allerdings sollte man sich gut überlegen, welche Art von Daten dort gespeichert sein sollen und welchen Anbieter man auswählt. Und das Backup sollte nie vernachlässigt werden.