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Versicherungen gegen Cyber-Kriminalität

Cybercrime

Ohne Versicherungen geht bei Unternehmen heutzutage nichts mehr. Vermögensschadenhaftpflichtversicherung, Produkthaftpflichtversicherung, Geschäftsinhaltversicherung – die Liste ließe sich fast ins Unendliche fortsetzen.

Für Versicherungsunternehmen tut sich nun ein neuer lukrativer Markt auf: Versicherungen gegen Schäden durch Hackerangriffe. Es gibt keine Zweifel daran, dass die Cyberangriffe häufiger, die Methoden gewitzter werden. Der Digitalverband Bitkom schätzt, dass in den letzten zwei Jahren mehr als 50 Prozent aller deutschen Unternehmen Opfer eines digitalen Angriffs wurden. Es geht dabei um Datendiebstahl, Wirtschaftsspionage oder Sabotage mit jährlichen Schäden von gut 50 Milliarden Euro.

Nicht nur große Firmen werden angegriffen, auch kleine und mittlere Unternehmen liegen im Fokus der Kriminellen. Und gerade letztere sind auf Datenverlust beziehungsweise -diebstahl durch kriminelle Eindringlinge kaum vorbereitet. Und hier wollen die Versicherungsunternehmen mit neuen Policen gutes Geld verdienen: Der weltgrößte Rückversicherer MunichRe geht in naher Zukunft von jährlich sechs Milliarden Dollar aus – momentan liegen die Einnahmen bei drei Millionen Dollar.

Die Police gegen Hacker-Angriffe wird in absehbarer Zeit völlig normal sein, so wie es heutzutage die Feuerversicherung gegen Brandschäden in der Fabrik ist. Versicherungsmanager kennen eine große Zahl von Stories über dramatische Cyber-Angriffe auf Firmen. Und diese Geschichten erzählen Sie gerne bei Gesprächen mit Unternehmern, denn je mehr Fälle bekannt werden, desto mehr Firmen überlegen sich, ob es nicht sinnvoll wäre, sich gegen einen solchen Fall zu versichern – so der Gedanke der Versicherer. Noch wird nach einem Firmenhack meist über den Vorfall geschwiegen, auch weil der Imageschaden immens ist. Öffentlich gemachte Schäden würden den Verantwortlichen die Augen öffnen – und auch die Brieftasche, hoffen die Versicherer.

Man muss nun klar sagen, dass ein Einbruch mit damit verbundenem Diebstahl von sensiblen Daten (oder der Sabotage von IT-Strukturen) ein Unternehmen für Tage oder gar Wochen lahmlegen oder gar ruinieren kann. Und hier wollen die Versicherungen einspringen: man kann sich vor Produktionsausfällen schützen oder Lösegelder erstatten lassen, die von betroffenen Unternehmen für die Rückgabe ihrer „entführten“ (sprich: verschlüsselten) Daten zahlen müssen. Die Rückgabe von entwendeten Unternehmensdaten kann natürlich nicht garantiert werden, ohne ein zeitnahes Backup sind große Probleme zu erwarten. Zwei wären besser: eins auf einem externen Datenträger und eins in der Cloud.

Wer aber schützt den Versicherer? Nach einer Bitkom-Studie zählen Versicherungen mit zu den am stärksten gefährdeten Branchen. Die Vorstellung, dass persönliche Daten von Versicherungskunden in kriminelle Hände fallen würden, ist mehr als unangenehm.

Bildquelle:  ITU Pictures / flickr