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SQL oder andere Datenbanken: Vor- und Nachteile einer Virtualisierung (2)

Vor- und Nachteile einer Virtualisierung

2. Teil:

Heute möchten wir heute die Frage beantworten, ob man die Virtualisierungs-Technologie einsetzen sollte und worauf man unbedingt achten sollten. Aber zunächst einmal: Was kann eigentlich genau passieren, wenn eine virtuelle Datenbank verschwindet? Der folgende, ganz reale, Fall aus unserem Datenrettungslabor zeigt anschaulich, was beispielsweise passieren kann:

Wenn etwas trotzdem schiefgeht: Eine Bank ohne Datenbank!

Dass die Virtualisierung von Datenbanken nicht immer ohne Probleme funktioniert und das es im Falle eines Ausfalls zu hochkomplexen Herausforderungen bei der Wiederherstellung der Daten kommt, zeigt der Fall einer international agierenden Bank. Hier ging die komplette Kunden- und Transaktionsdatenbank verloren. Der Grund: Nach Wartungsarbeiten verweigerte der VMware ESX-Server mit drei LUNs (Logical Unit Numbers) jeglichen Dienst und ließ sich nicht mehr starten. Auch das Notfall-Cluster-System funktionierte nicht mehr, da zuvor der Replikations-Link nicht getrennt wurde. Die Wiederherstellung gestaltete sich für die beauftragten Datenrettungsspezialisten von Kroll Ontrack dabei deutlich schwieriger als zunächst angenommen. So war das VMFS-Dateisystem des Servers schwer beschädigt und musste in mehreren Einzelschritten rekonstruiert werden. Erst nachdem dies geschafft war, konnten die betroffenen SQL-Datenbanken kopiert und somit eine funktionsfähige neue Kunden- und Transaktionsdatenbank erstellt werden.

Also was nun? Datenbank-Virtualisierung – Ja oder nein?

Es ist ein Trugschluss zu glauben, dass man allein durch die Virtualisierung von Datenbanken dem steigenden Datenvolumen gewachsen ist. Das ist nicht der Fall. Deshalb sollte man auch keine Datenbanken virtualisieren, die bereits in der realen Welt schon fast komplett ausgelastet sind. Vor einer Virtualisierung sollte deshalb zunächst das tatsächliche Lastverhalten pro Tag analysiert werden und darauf aufbauend die benötigte Hardware-Ressourcen. Nur dann kann man auch wirklich sicherstellen, dass es bei einer Konsolidierung der Server nicht zu einem dramatischen Einbruch der Performance kommt, weil man schon viel zu viel Hardware eingespart hat.

Außerdem kommt es sehr stark darauf an in welcher Weise Datenbanken eingesetzt und genutzt werden, um zu entscheiden ob sich eine Virtualisierung wirklich anbietet. So ist es eben keineswegs immer der Fall, dass der Datenbank-Server, egal ob SQL oder Oracle, wirklich nur zu einem gewissen Teil ausgelastet ist. So ist die oft postulierte Zahl von rund 30 Prozent „verschwendeter“ Auslastung eben nur ein Richtwert und dieser gilt auch nur für Datenbank-Server auf denen nur wenige Instanzen laufen.

Wenn es sich allerdings um eine oder mehrere ständig angesprochene Datenbanken aus dem Business Intelligence, des Data Minings, der Online-Transaktion oder aus dem ERP- oder CRM-Bereich handelt, sieht die ganze Sache schon ganz anders aus. Hier ist es durchaus möglich, dass der Datenbank-Server bereits mit seiner physikalisch-vorhandenen Hardware – Prozessor, Harddisks, SSDs etc. – fast vollständig ausgelastet ist.

Wer glaubt, er könne bei der Virtualisierung nicht vorhandene Ressourcen quasi aus dem Nichts erschaffen, der irrt gewaltig. Ganz im Gegenteil: Auch bei der Virtualisierung einer Datenbank kann ausschließlich die bereits vorhandene Hardware besser ausgenutzt werden. Und wer sich darüber hinwegsetzt, der läuft nicht nur Gefahr, dass die geschäftskritischen Datenbanken bei einem Ausfall ins virtuelle Nirvana verschwinden, sondern kann er auch oft das gesamte Unternehmen in Gefahr bringen: Schließlich muss aufgrund der geschäftskritischen Bedeutung eines Datenbank-Systems rund um die Uhr eine ständige Verfügbarkeit, Skalierbarkeit und Geschwindigkeit gewährleistet sein.

Wenn etwas schiefgeht sind die wenigsten Unternehmen in der Lage ihre virtuellen Server und virtualisierten Datenbanken wiederherzustellen. Umso wichtiger ist es einen detaillierten Notfallplan für solche Fälle vorrätig und griffbereit zu haben. Da viele Systemausfälle und Datenverlust-Situationen allerdings sehr komplex sind und kaum von den Mitarbeitern selbst gelöst werden können, empfiehlt es sich bereits bei der Erstellung eines Notfallplans die Unterstützung eines kompetenten Datenrettungsdienstleisters zu suchen. Das Hinzuziehen eines führenden Datenrettungsspezialisten wie Kroll Ontrack, der bereits viele komplexe Datenrettungsfälle bei virtuellen Datenbanken erfolgreich gelöst hat, ist in vielen Fällen der sicherste Weg seine geschäftskritischen Daten wieder zum Laufen zu bringen.

Bildmaterial: Windorias  / pixelio.de