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Kreditkartentausch nach Datenleck

datenleck

Etliche tausend Kreditkarten werden derzeit von deutschen Banken ausgetauscht. Grund ist ein Datenleck bei einem nicht näher benannten Dienstleister. So seien möglicherweise Dritte in den Besitz von Kreditkartendaten gelangt, weswegen vorsorglich eventuell betroffene Kunden mit neuen Karten ausgestattet werden.

Der Diebstahl von Kreditkarten-Daten ist nichts Ungewöhnliches. Im Gegenteil: Diese Art des Datenklaus ist so weit verbreitet, dass im Internet ein Überangebot herrscht. Analysen des Sicherheitsunternehmens Trend Micro ergaben, dass die Preise für Daten von Kreditkarten extrem niedrig sind – ein Datensatz kostet nur 22 (US-)Cent. Damit lässt sich kaum mehr Geld verdienen. Mehr gibt´s für Zugangsdaten zu einem PayPal-Account (mindestens 500 Dollar Guthaben): dafür werden auf dem Schwarzmarkt 6,43 Dollar verlangt. Einen gehackten Facebook-Accounts bekommt man für etwas über 3 Dollar, für einen Account beim Fahrdienstleister Uber muss man 3,78 Dollar bezahlen – wobei nicht klar ist, wozu man so etwas braucht. Einen Datensatz, der Identitäts-Diebstahl ermöglicht, bekommt man für 1 bis 3,30 Dollar.

Allerdings könnte Kreditkartenbesitzern neues Ungemach drohen. Das Computermagazin “c’t” warnt vor Software, mit der der Schutz durch Krypto-Chip und Pin außer Kraft gesetzt werden kann. Man benötigt  dazu normale Smartcard-Rohlinge (gibt´s für kleines Geld in speziellen Onlineshops), Daten echter Bankkonten (auch die kann man im Netz kaufen) – und die entsprechende Software, die nach Recherchen von “c’t” und der “Zeit” den Namen MacGyver trägt und mit gut 20000 € zu Buche schlagen soll.

Mit dieser Software werden die Rohlinge “geladen” und Bezahlvorgänge manipuliert. Bei gründlichen deutschen Banken funktioniert das glücklicherweise nicht ganz so einfach wie bei Banken, die Transaktionen kaum gegenchecken.

“c’t”-Redakteur Jürgen Schmidt rät Kunden, die Kreditkarten von US-amerikanischen Banken oder Geldinstituten in Südamerika oder Asien benutzen, sie sollten ihre „Kontoauszüge genau prüfen und bei Missbrauch sofort Anzeige erstatten”.

Bildquelle: stevepb / pixabay