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SCAN vorgestellt – Ein schneller Weg, um Ihre Daten zu speichern

Datenverlust

Es ist leider eine unvermeidbare Tatsache, dass physische Datenspeicher nur eine begrenzte Lebensdauer haben. Ständig wird Nutzern geraten ihre Daten mehrfach, auf eine Vielzahl unterschiedlicher Medien und an verschiedenen Orten zu speichern und zu lagern. Und schließlich werden auch Festplatten von den Herstellern mit einer vorgegebenen MTBF-Wert (Mean Time between Failures) angeboten und verkauft.

Datenverlust kann jeden treffen

Häufig gehen eigentlich wiederherstellbare Daten von den Nutzern selbst, dadurch dass sie versuchen das System oder die Daten selbst zu reparieren oder zu retten, verloren. Es kann sehr verlockend sein über die Eingabeaufforderung Windows zu bitten, ein Dateisystem oder eine Datei zu reparieren. Warum sonst hat Microsoft diese Funktion schließlich in das Betriebssystem integriert, wenn nicht mit den besten Absichten für die Anwender? Persönlich war ich mit einer solchen Situation Anfang 2014 konfrontiert, als meine Festplatte einige Probleme beim Booten machte. Nachdem der Startvorgang länger als normal gedauert hatte, wurde ich aufgefordert eine System-Datei zu reparieren und entgegen allem, was ich bei meiner Arbeit für einen Datenrettungsdienstleister (als Marketing-Mitarbeiter) gelernt hatte, bejahte ich diesen Vorschlag. Eigentlich unnötig zu erzählen, dass ich nach fünf bis zehn Minuten ziemlich verärgert über meinen Fehler war, als ein diplomatischer Kollege vom Support meinte ich könne meinem, bereits sehr individuell angepassten, Windows 7 auf Wiedersehen sagen. Es machte nicht einmal mehr Sinn zu einem unserer eigenen Datenrettungs-Spezialistenzu gehen, die Daten waren endgültig ins Daten-Nirvana gegangen.

SCAN – Stop, Check (für Gefahr), Ascertain (Ermitteln), Notify (Benachrichtigen)

Diese persönliche Erfahrung zusammen mit den tausenden von Fällen, die wir jeden Monat hören, brachte uns auf die Idee, ein einfaches Akronym zu kreieren, das Computer- und Mobilgerätenutzern dabei helfen soll, ihre Daten zu behalten oder wiederherzustellen. Es wurde so entworfen, dass es einfach zu merken ist, selbst wenn der Stresslevel hoch ist.

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Stop

Dies ist der kritischste aller Schritte. Sobald Sie einen Datenverlust vermuten, müssen Sie Ihre Arbeit am Gerät stoppen, denn wenn Sie es weiter nutzen, ist es sehr wahrscheinlich, dass es zu einem Datenverlust kommt! Und das ist keineswegs übertrieben, das Risiko ist ziemlich real. Beispielsweise scheint es oftmals so, dass Daten „gelöscht“ worden sind, aber in Wirklichkeit ist es nur der Index, der auf die Daten hinweist. Sehen Sie es einmal so: Wenn man ein Buch aus dem Bibliothekskatalog löscht, ist das eigentliche Buch immer noch da, nur der Verweis darauf eben nicht mehr. Und im Falle der digitalen Speicherung ist der physische Raum, den ein Buch im Regal einnimmt, jetzt wieder für ein neues Buch – also Daten – verfügbar. Deshalb ist es wichtig bei Problemen sofort dafür zu sorgen, dass das Gerät nicht mehr genutzt wird und somit auch keine neuen Daten auf den vermeintlich freien Speicherplatz geschrieben werden. Dabei kann das Überschreiben der „gelöschten“ Daten auch durch so einfache Anwendungen wie das Anlegen von Logfiles, durch eine Datensuche im System oder in der Browser-Chronik geschehen. In diesen Fällen könnte der Einsatz einer Datenrettungssoftware eine Lösung sein, allerdings sollte diese nicht auf das betroffene Medium installiert werden. Stattdessen installieren Sie es auf einem anderen Laufwerk / Gerät und scannen Sie das betroffene Gerät von dort. In der Tat ist auch ein solches Datenrettungs-Werkzeugs mit Vorsicht anzuwenden, denn der Zugriff auf das Medium kann negative Folgen für spätere Datenrettungsversuche haben.

Check(en) – Suchen Sie potentielle Gefahrenquellen

Wenn ein Datenverlust auftritt, kann es vorkommen, dass es sich auch um eine Situation handelt, bei der nicht nur die Daten gefährdet sind, sondern unter Umständen auch Sie selbst oder andere. Das gilt besonders für physikalische Beschädigungen wie beispielsweise Feuer oder Hochwasser. Normalerweise werden Sie nicht sich selbst oder andere Menschen dadurch in Gefahr bringen, dass Sie versuchen auf die Daten zuzugreifen. Wenden Sie Ihren gesunden Menschenverstand an und lassen Sie sich von einem Notdienst garantieren, dass der Zugriff auf beschädigte Speichermedien auch für Sie ungefährlich ist. Natürlich ist dieser Überprüfungsschritt nicht in jedem Fall relevant, allerdings sollte man sich ihn immer im Hinterkopf behalten, falls es einmal doch zu einer solchen Situation kommt.

Ascertain (Ermitteln)

Sobald Sie Ihr Datenspeichergerät gesichert haben (oder sogar im Voraus), sollten Sie so viele Details wie möglich über das Gerät und über die konkrete Datenverlust-Situation ermitteln. Fragen Sie sich dabei zum Beispiel:

  • Was geschah vor dem Datenverlust?
  • Haben Sie Warnmeldungen oder Benachrichtigen erhalten?
  • Haben Sie etwas Ungewöhnliches gehört, gesehen oder gerochen?
  • Um welche Marke und Modell handelt es sich?
  • Welche Art von Daten wurde auf dem Gerät gespeichert?
  • Wie wichtig sind die auf dem Gerät gespeicherten Daten?
  • Auf wie viele Personen hat der Datenverlust eine Auswirkung?

Durch das Sammeln so vieler Details wie möglich über das Gerät und über das was passiert ist, wird der Support-Berater oder der Datenrettungsspezialist bestens vorbereitet, um das Problem wirksam zu diagnostizieren und Sie selbst erhalten eine bessere Vorstellung darüber, welche Dringlichkeit eine Wiederherstellung der Daten für Sie hat.

Notify (Benachrichtigen)

Sobald Ihr Storage System abgesichert und vom Netzwerk abgetrennt wurde und Sie alle Ihre Informationen über das System und den Datenverlust zusammengetragen haben, sind Sie bereit einen Spezialisten zu kontaktieren. Ihr Experte kann sich von anderen durchaus unterscheiden, aber normalerweise kommen folgende Personen zum Einsatz:

  • Ein Angehöriger Ihrer IT-Abteilung oder ein IT Support Mitarbeiter
  • Ein Freund oder Verwandter, der mit oder über ein erhebliches Interesse an Computer und -technik verfügt (Mit Vorsicht zu behandeln: Siehe Hinweis unten!!!)
  • Ein seriöses Datenrettungsunternehmen, wie z.B. Kroll Ontrack

Alternativ gibt es bei Einzelfestplatten auch die Möglichkeit unser Selbst-Überprüfungs-Werkzeug einzusetzen, völlig kostenlos und ohne die Notwendigkeit irgendwelche persönlichen oder geschäftlichen Informationen von sich preiszugeben. Wichtiger Hinweis:  Sie sollten wissen, falls Ihr Freund oder Verwandter der Experte ist, dieser zwar eine erheblich größere Kompetenz im Vergleich zu Ihnen selbst haben kann, aber trotzdem immer noch nicht über ausreichende Fachkenntnisse in Bezug auf fundierten IT-Support oder professionelle Datenwiederherstellung verfügen muss. Ich rate deshalb von einer solchen Lösung eher ab. Deshalb sollten Sie immer zunächst das Selbst-Überprüfungs-Werkzeug einsetzen oder lieber gleich mit einem Mitarbeiter vom IT-Support oder einem Datenrettungs-Experten sprechen.

So verwenden Sie SCAN

Ich empfehle Ihnen, sich selbst und Ihre Familie/Kollegen mit dem Akronym SCAN vertraut zu machen, so dass Sie bereit sind, wenn Sie vor einen Datenverlust stehen. Drucken Sie sich als Hilfe die Infografik aus und legen Sie sie als kleine Erinnerung in Ihr Büro oder bei sich zuhause. So sind Sie hoffentlich besser für die Folgen eines vermuteten Datenverlust gerüstet. Bildquelle: HebiFot / pixabay