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HDD versus SSD versus Hybrid Storage: Ein Leitfaden für Unternehmen

In Anbetracht der Tatsache, dass Unternehmen immer größere Mengen an geschäftskritischen Daten verarbeiten und speichern müssen, stehen diese vor der Frage nach der passenden Speicherwahl.

Nach der langen Zeitspanne einer faktischen Marktbeherrschung des traditionellen Festplattenlaufwerks (HDD) kamen in den letzten Jahren weitere Angebote auf den Speichermarkt, die zum Teil mehrere Vorteile gegenüber der älteren Technologie bieten. Solid State Drives (SSDs) haben in der letzten Dekade eine große Anziehungskraft auf die Kunden ausgeübt, besonders wegen ihrer Geschwindigkeit und ihrer Haltbarkeit, aber die Attraktivität hat in den letzten Jahren etwas nachgelassen. Grund ist das Aufkommen der Hybrid-Storage-Lösungen, die als weitere Alternative auf dem Markt erschienen sind, sodass die Anwender jetzt die Möglichkeit haben die Vor- und Nachteile der Festplatte und der SSD-Technologie abzuwägen und auf ihre eigenen Bedürfnisse anzupassen.

Letztlich sind die Bedürfnisse der einzelnen Unternehmen sehr unterschiedlich, was bedeutet, Unternehmen dürften ihre Entscheidung für eine Speicherlösung sowohl von den Anforderungen ihrer Branche als auch von den spezifischen Vor- und Nachteilen der von ihnen gewählten Technologie-Auswahl abhängig machen. Dabei gibt es keine allgemeingültigen Antworten – nur eine Reihe von Faktoren, die IT-Manager berücksichtigt sollten, bevor sie entscheiden, welche Lösung am besten für ihr Einsatz-Szenario ist.

HDD – die etablierte und erschwingliche Variante

Die traditionelle Festplatte gibt es schon seit Jahrzehnten und basiert seit seinen Anfängen in den späten Fünfzigern auf relativ einfachen mechanischen Prinzipien: Daten werden magnetisch auf einer beschichten Metallplatte, die sich in einem rasanten Tempo dreht, gespeichert. Diese Technologie ist extrem ausgereift, aber hat bereits in Bezug auf die Leistung einen Grad erreicht bei dem kaum noch deutliche Steigerungen zu erwarten sind.

Vorteile

  • Erschwinglichkeit: Unternehmen können mehrere Festplatten mit viel Speicherkapazität für einen Bruchteil des Preises von SSD oder Hybrid-Lösungen erwerben.
  • Speicherkapazität: Einzelne Festplatten können bis zu zehn Terabyte Daten speichern – etwas, das mit SSDs noch nicht machbar ist.

Nachteile

  • Ineffizienz: HDDs sind lauter, erzeugen mehr Wärme und verbrauchen mehr Energie als ihre Flash-Speicherchip-basierten Pendants, so dass sie nicht gerade „diskret“ arbeiten und ihre Betriebskosten höher sind als die der neueren Speicherprodukte.
  • Zerbrechlichkeit: Aufgrund ihrer empfindlichen beweglichen Teile können HDDs leicht beschädigt werden wenn sie fallen gelassen oder angeschlagen werden. Außerdem kann magnetische Strahlung den Betrieb stören, was zum Datenverlust führen kann.
  • Fehlende Geschwindigkeit: Festplatten sind viel langsamer als die Angebote der neueren Technologien, wodurch es zu Verzögerungen beim Zugriff auf Daten oder beim Starten von Programmen vom Laufwerk kommen kann.

Am besten geeignet für…

  • Kleinere Unternehmen, die bereit sind, einen Kompromiss aus geringerer Leistung in Verbindung mit geringeren Kosten einzugehen.
  • Unternehmen, die darauf angewiesen sind, extrem große Datenmengen speichern zu können und verfügbar zu halten.

SSD – die Premium-Lösung

SSDs haben in den letzten Jahren einen beachtlichen Marktanteil gegenüber ihren elektromagnetischen Gegenspielern erreichen können. Viele Anwender sind bereit, einen hohen Preisaufschlag für einen deutlich schnelleren Zugriff auf ihre Daten zu bezahlen, obwohl SSDs eigentlich die gleichen Speicher nutzen wie USB-Sticks, Mobiltelefone oder SD-Karten. Mit hoher Wahrscheinlichkeit werden sich Kapazitäten und Leistungswerte in den kommenden Jahren noch erheblich weiter steigern.

Vorteile

  • Geschwindigkeit: Die Flash-Speichertechnologie der SSD ist um ein Vielfaches schneller als der Zugriff nach den mechanischen Prinzipien einer HDD-Festplatte, so dass quasi ein nahezu sofortiger Datenzugriff möglich ist.
  • Effizienz: Das Fehlen von beweglichen Teilen bedeutet, dass SSDs nahezu lautlos und mit einem Minimum an Energieverbrauch betrieben werden können, wodurch sie ideal für einen mobilen Einsatz sind.
  • Haltbarkeit:Der interne Aufbau vonSSDs ist wesentlich robuster als bei Festplatten, was bedeutet, dass sie viel weniger anfällig für Stöße sind und diese absorbieren können. Datenverluste durch physische Einwirkungen von außen sind dadurch deutlich geringer.

Nachteile

  • Preis: SSDs sind viel teurer in der Herstellung und beim Kauf, mit Preisen bei internen 1-Terabyte Marken-Festplatten bei rund 350 bis 400 Euro im Vergleich zu normalen internen 1-Terabyte-HDDs mit Preisen von rund 55 bis 65 Euro – also circa einem Sechstel des Preises.
  • Kleine Kapazitäten: Bis heute sind die SSD-Hersteller nicht in der Lage, Laufwerke herzustellen, die die gleiche Kapazität bieten wie die normalen HDDs. In der Folge müssen sich die Anwender bei dem Einsatz genau überlegen, wo und wie sie SSDs einsetzen.

Am besten geeignet für…

  • High-End-Technologie-Firmen, die sofortigen Zugriff auf ihre Daten benötigen und es sich leisten können, für die Nutzung der neuen Technologie auch einen höheren Preis zu zahlen.
  • Unternehmen, die darauf angewiesen sind ihre Speicherlösungen oft an unterschiedlichen Standorten einzusetzen und deshalb eine Speicherlösung benötigen, die nahezu unempfindlich gegenüber Stößen aller Art sind.

Hybridspeicher: Ausgewogener Mix der Vor- und Nachteile von HDD und SSD

Hybrid-Speicher sind erst vor kurzem entstanden und zielen darauf ab, eine „Zwischenstation“ zwischen den neueren SSDs und den „alten“ Festplatten anzubieten. Sie verbinden Flash-Speicher mit den rotierenden elektromagnetischen Platten einer herkömmlichen Festplatte, so dass ständig genutzte Daten auf dem kleineren SSD-Abschnitt und der (große) Rest auf die HDD-Partition gespeichert werden. Das bedeutet in der Konsequenz: Diese Speicherlösung vereint die wichtigsten Merkmale beider Technologien.

Vorteile 

  • Geschwindigkeit, wenn man sie braucht: Der zweifach vorhandene Speicher ermöglicht, dass kritische Daten und Anwendungen im Flash-Speicher abgelegt werden können, wo man sofortigen Zugriff erhält, während Daten, die keinen schnellen Zugriff benötigen, auf der traditionellen Festplatten gespeichert werden können.
  • Die Vorteile der SSD zu einem niedrigeren Preis: Eine Hybrid-Festplatte bietet viele der attraktiven Aspekte einer SSD, einschließlich der erhöhten Geschwindigkeit und Effizienz, aber mit viel niedrigeren Kosten als bei einer „echten“ SSD mit vergleichbarer Kapazität.
  • Größere Speicherkapazität: Da diese Geräte über eine integrierte traditionelle Festplatte verfügen können die Anwender zusätzlich von dem größerem „Raumangebot“ profitieren.

Nachteile

  • Langlebigkeit ist durch die integrierte HDD-Festplatte eingeschränkt: Hybrid-Storage-Lösungen bieten nicht das gleiche Maß an Sicherheit gegenüber physischen Schäden infolge von Stößen wie eine reine SSD, da die integrierte HHD-Festplatte bewegliche Teile enthält, die beschädigt werden können. Ein Datenverlust kann nicht ausgeschlossen werden.
  • Eine Kombination der schlechtesten Eigenschaften beider Welten: Bedingt durch die Bauweise kombinieren Hybrid-Speicherlösungen geradezu die schwächeren Aspekte beider Technologien, wie zum Beispiel einen höheren Preis im Vergleich zu reinen HDD-Festplatten, die geringere Leistung der HHD-Komponente sowie der schlechtere Wirkungsgrad im Vergleich zu SSDs.

Am besten geeignet für…

  • Unternehmen, die daran interessiert sind, die Vorteile beider Technologien, SSD und HDD, in einem gemeinsamen Produkt zusammen nutzen und kaufen zu können.
  • Firmen, die nur für eine überschaubare Anzahl an kritischen Daten oder Anwendungen einen schnellen Zugang benötigen, ansonsten gerne die ältere und kostengünstigere Festplattentechnologie für den überwiegenden Teil ihrer Speicheranforderungen verwenden möchten.

Bildnachweis: C.Nöhren/ pixelio.de