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Die Rolle des Magnetbandes in der modernen IT

Die Rolle des Magnetbandes

„Das Magnetband ist tot“; „Tape hat immer noch eine Rolle in der modernen IT“ – Zwei häufig gehörte Meinungen unter Systemadministratoren, aber wer hat Recht? In den letzten Jahren gab es eine große Debatte über die Rolle des ältesten Speichermediums, das immer noch in Gebrauch ist. Schließlich wurde das Tape zuerst 1928 für die Tonaufnahme erfunden, aber seit den fünfziger Jahren hat es sich zu einem der am weitesten verbreiteten und zuverlässigen Medien zum Speichern von Daten auf einem beschichteten Band weiterentwickelt. Mit jetzt mehr als einem halben Jahrhundert auf dem Markt, als ein zuverlässiges Medium zum Speichern von Daten, hat es viele Attacken von Wettbewerbern wie die Festplatte (HDD oder SSD) oder optische Medien wie die Blue Ray Disks oder DVDs überdauert.

Warum Magnetband?

Es gibt viele Vorteile bei der Verwendung von einem Magnetband gegenüber anderen Speichermedien. Einer der Vorteile ist die Langlebigkeit. Im Gegensatz zu anderen Speicherformen, halten Bänder in der Regel viel länger und sind weniger anfällig für Risiken, die moderne Laufwerke aufweisen. In der Tat können Magnetbänder auch noch nach 30 Jahren sicher gelesen werden, während die durchschnittliche Festplatte nur gerademal fünf Jahre durchhält. Diese Verlässlichkeit bieten weder SSDs, Enterprise HDDs oder auch Cloud Computing. Physikalische Probleme wie kaputte oder beschädigte Festplatten oder logische Probleme wie Software-Ausfälle oder unterbrochene Software-Updates können sogar zum Verlust der gespeicherten Daten führen. Daten auf einem Magnetband dagegen können sogar nach Jahrzehnten gelesen werden, wenn sie gemäß den Vorgaben des Herstellers gelagert wurden. Ja es stimmt, moderne Storage Systeme setzen stark auf eingebaute Festplatten aufgrund ihrer höheren Schreib- und Lese-Geschwindigkeit. Aber es kommt vielmehr auf das einzelne System an und zu welchem Zweck es genutzt wird: Beispielsweise kann das Extrahieren von einem Magnetband auch sehr schnell sein. Sobald die Daten und die richtigen Bänder von Bandrobotern gefunden und angesprochen werden können, ist das reine Auslesen des Bands fast viermal so schnell wie von einer Festplatte. Aber das Beschreiben der Tapes ist normalerweise nicht ganz so schnell wie bei einer Festplatte. Wenn also Geschwindigkeit nicht der entscheidende Vorteil für die Nutzung von Magnetbändern neben der Langlebigkeit darstellt, was dann? Es sind die geringeren Kosten gegenüber den Festplatten. Während bei der Beschaffung dieser unterschiedlichen Systeme die Kosten bei beiden hoch sind, geht die Schere zwischen ihnen spätestens bei der Erweiterung auseinander, wenn weitere Storage-Kapazität benötigt wird: Hier sind mehrere neue Tapes deutlich günstiger einzukaufen als gleichwertige Festplatten.

Der Wechsel von einem Backup-Speichermedium zu einem Archiv-Speichermedium

Es gibt immer noch eine Vielzahl von Unternehmen die Tapes als ihr Haupt-Backup-System nutzen. Das hat etwas damit zu tun, dass es nicht lange her ist, dass Unternehmen – sogar große – keinen ausgeklügelten Plan hatten, wie man „alte“ Legacy-Daten für interne oder externe rechtliche oder regulatorische Anfragen aufbewahrt. Viele Firmen, die keine Archivlösung eingesetzt hatten, haben deshalb die Daten im Backup auf Tapes aufbewahrt – einfach weil es günstig war – und die Magnetbänder dann im Unternehmen oder bei einem externen Tape-Storage-Provider aufbewahrt bis die Aufbewahrungsfrist abgelaufen war. Allerdings kann dieser Zeitraum ziemlich lang sein – in manchen Fällen weit mehr als 20 Jahre. Heutzutage, mit modernen Archivlösungen die immer besser und günstiger werden, macht es keinen Sinn mehr Backups als Archive zu nutzen. Backups sind dafür gedacht bei einem Hardware- oder System-Ausfall oder bei Datenverlust die Umgebung schnell und kurzfristig wieder zum Laufen zu bringen. Archive dagegen sind dazu gedacht Daten zu lagern – und diese nicht zu verändern. Und zwar solange, bis der Lebenszyklus der Daten zu Ende gegangen ist. Da moderne Magnetband-basierte Archive sogar mit Dokumentenmanagementsystemen (DMS) integriert werden können, kann der Dokumenten-Lebenszyklus noch präziser definiert werden: Wenn z.B. ein Projekt beendet ist können alle dazugehörigen Dokumente, E-Mails etc. zur Archivierung auf Tape gespeichert werden, bis die Aufbewahrungsfristen abgelaufen sind, während gleichzeitig die wichtigsten Daten des Projekts im Festplatten-basierten DMS den Mitarbeitern für eine kürzere Zeitspanne zur Verfügung stehen.

Moderne IT kollidiert mit alter IT

Obwohl viele Firmen den Wechsel vom alten Ansatz einer Tape-basierten Speicherung sowohl für Backups als auch als Archiv hin zu einer wirklichen Archivlösung bereits getan haben, schlummern in vielen Rechenzentren, Unternehmenskellern oder in den Räumen spezialisierter Tape-Storage-Provider Hunderte oder gar Tausende jahrzehnte-alter Backup-Tapes. Sehr oft allerdings fehlen die notwendigen Informationen darüber, was auf den Tapes gespeichert ist, aufgrund der langen Aufbewahrungszeit, der fehlenden Katalog-Dateien und/oder des Weggangs oder Verrentung des zuständigen Mitarbeiters. Das kann ein großes Risiko für die Firma darstellen, da in vielen Geschäftsfeldern die Unternehmen in der Lage sein müssen, bei einer Prüfung in kürzester Zeit den Verantwortlichen sehr alte Dokumente zur Verfügung zu stellen. Man denke allein an so sensible Bereiche wie die Kernenergie, bei pharmazeutischen Produkten oder bei sehr großen Bauprojekten. In all diesen Feldern liegen Dutzende, wenn nicht gar Hunderte, von langfristigen potenziellen Problemen, die ein schnelles Extrahieren von Daten notwendig machen können.

Wie löst man das Problem der unbekannten Tape-Inhalte?

Für diejenigen Unternehmen, die immer noch Dutzende oder Hunderte Legacy-Backup-Tapes in ihrem Bestand haben und nicht über die notwendige Hardware oder die alte Backup-Software verfügen, ist die Wiederherstellung von dringend benötigter Daten von Tapes ein kostspieliges und zeitaufwändiges Unterfangen. Die einzige Lösung dieses Problems ist entweder das veraltete System weiter am Laufen zu halten oder dieses wiederzubeschaffen und dabei zusätzlich Lizenzgebühren zu entrichten. Eine andere Lösung in einem solchen Fall ist es ein spezialisiertes Datenrettungsunternehmen mit einer schnellstmöglichen Wiederherstellung zu beauftragen. Beide Lösungen kosten allerdings in der Regel viel Geld. Eine viel bessere Lösung für dieses Problem bietet jetzt Kroll Ontrack mit seinem neuen Tape-Katalog-Service und dem neuentwickelten Web-basierten Tool DataAdvisor® an. Mit diesem Werkzeug können Kunden die benötigten Daten von ihren Tapes identifizieren bevor sie eine Datenrettung beauftragen. Um diese Lösung nutzen zu können müssen zunächst alle in Frage kommenden Tape-Medien entweder katalogisiert werden (wenn der Tape-Katalog nicht mehr vorhanden ist) oder der vorhandene Katalog wird in den DataAdvisor® importiert. In jedem Fall entfällt die Notwendigkeit, die alte Magnetband-Infrastruktur und die Backup-Software vorzuhalten und hohe Lizenzgebühren zu entrichten komplett. Detailliertere Informationen über den DataAdvisor® erfahren Sie hier im Blog nächste Woche.

Bildnachweis: Wilhelmine/pixelio.de