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Das perfekte Backup

Backup

Ob Smartphone oder Tablet, Windows PC oder Mac: In heutiger Zeit ist ein Backup, zumindest der wichtigsten Daten, Pflicht. Denn es passieren Unfälle, Diebe sind unterwegs und Einbrüche in die elektronischen Helferlein häufen sich.

Wir wollen hier nicht auf einzelne Programme eingehen, sondern eine Übersicht bieten, auf was geachtet werden muss, um beim Backup auf der sicheren Seite zu sein. Denn es geht nicht nur um die eigentliche Sicherung, es muss auch gewährleistet sein, dass die Rücksicherung (Restore) auch wirklich klappt – was beispielsweise beim systeminternen Backuptool von Windows leider nicht immer der Fall ist.

Generell gilt: ein gutes Backup ist ein doppeltes (oder dreifaches) Backup. Vermeiden sollte man ein Backup, das auf der Festplatte gespeichert wird, die gesichert werden soll. Vernünftigerweise legt man sich eine (oder besser zwei) externe Festplatten in passender Größe zu, auf denen die Backups gespeichert werden. Passende Größe bedeutet: doppelt so groß wie die Festplatte, die gesichert werden soll. Die externe Platte sollte nach der Sicherung vom Rechner getrennt werden, da einige Arten von Malware nicht nur das eigentliche Gerät befallen, sondern sich auch auf Peripheriegeräte oder gar das angeschlossene Netzwerk ausbreiten können.

Welche Backup Methode ist empfehlenswert?

Backups auf zwei externen Festplatten (wobei eine in der Nähe des Rechners aufbewahrt wird, die andere wegen der Gefahr von Feuer- oder Wasserschäden an einem anderen Ort), sind also eine vernünftige Lösung. Wenn dazu noch eine Sicherung in der Cloud vorhanden ist, kann nach menschlichem Ermessen kaum mehr etwas passieren – sofern ein Restore problemfrei durchgeführt werden kann. Es passiert gar nicht so selten, dass konsequent Backups durchgeführt wurden, beim Versuch eines Restores aber festgestellt werden muss, dass die Daten korrumpiert waren – oder gar nicht vorhanden.

Welche Daten sollen gesichert werden?

Es empfiehlt sich, nach dem Erwerb oder neu Aufsetzen eines Computersystems ein komplettes Systemabbild zu speichern. Somit kann immer der ursprüngliche Zustand (auch auf eine andere Festplatte) zurückgespielt werden. Wer die Sicherung konsequent immer wieder durchführt, kann sich jederzeit darauf verlassen, im Problemfall in relativ kurzer Zeit wieder auf ein lauffähiges System zuzugreifen – wobei außer der ersten Sicherung nach und nach ältere Backups überschrieben werden können. Ob man jeweils ein komplettes Backup anfertigt oder nur die veränderten Daten überspielt (inkrementelles Backup) bleibt jedem selbst überlassen. Wir empfehlen inkrementelle Backups (was Zeit und Speicherplatz spart), wenn zusätzlich ab und zu ein Vollbackup erstellt wird.

Zu sichern sind natürlich – unabhängig von der Systemsicherung – die Dateien, die von persönlichem oder geschäftlichem Wert sind: Urlaubsfotos oder Videos der Kinder, private und geschäftliche Korrespondenz, Rechnungen und Diplomarbeiten… Die einfachste Möglichkeit ist hierbei das normale Sichern über den Dateimanager. Einfacher geht das mit entsprechenden Programmen, wobei hier nicht die „Geiz ist geil“-Mentalität zum Zuge kommen sollte. Es ist besser, etwas Geld in die Hand zu nehmen, und ein gut kommentiertes Profiprogramm zu kaufen, bei dem man auch die Möglichkeit hat, bei Fragen und Problemen mit echten Menschen kommunizieren zu können. Diese Programme erlauben es, einzelne Laufwerke, Partitionen und Verzeichnisse automatisch zu voreingestellten Zeiten zu sichern. Auch die Überprüfung der gesicherten Daten wird von den Programmen übernommen. Und natürlich können sie einen Restore durchführen.

Gute Backup-Software macht – nach den nötigen Einstellungen – alles von selbst. Beim ersten Mal wird ein Voll-Backup sämtlicher eingebauter und angeschlossener Festplatten angelegt, danach werden regelmäßig inkrementelle Backups gemacht – und in vorbestimmten Abständen wieder ein vollständiges Backup.

Welche Medien sind empfehlenswert?

DVDs sind für Langzeitsicherung keine allzu gute Wahl, da sie nur eine geringe Menge an Daten aufnehmen können und darüber hinaus empfindlich auf Beschädigungen oder äußere Einflüsse wie Sonne oder Hitze reagieren. Auch USB-Sticks sind eher ungeeignet, da die verbauten Chips häufig von zweifelhafter Herkunft sind, was dazu führen kann, dass die Sticks irgendwann einfach nicht mehr funktionieren. Handelsübliche Magnetspeicher (HDD) sind Flashspeichern (SSD, USB-Stick) insofern überlegen, als dass es bei den „alten“ Festplatten einfacher ist, im Extremfall die Daten zu retten – bei Flashspeichern können dabei schwieriger zu überwindende Probleme auftauchen.

Für KMUs und Freischaffende sind RDX (Removable-Disc-Exchange)-Laufwerke die erste Wahl. Der Name sagt es: Bei RDX handelt es sich um austauschbare Datenträger, wobei das eigentliche Laufwerk in einen speziellen Einschub (intern oder extern) eingesteckt wird. Die Cartridges sind robust und werden, da sie vor allem für Langzeit-Backups konzipiert sind, vor dem Verkauf ausgiebig geprüft. Sie sind stoßgeschützt und auch als hitzebeständige Version erhältlich.

Datenspeicherung auf Magnetband ist im Normalfall nur im geschäftlichen Bereich üblich. Magnetbänder können eine große Menge an Daten abspeichern, sind günstig im Preis und lange haltbar – beschriebene Bänder können durchaus 30 Jahre lang lesbar sein. Allerdings sind die Laufwerke nicht ganz billig und die Handhabung ist bei Magnetband umständlicher als bei externen Festplatten. Und auch hier gilt, ein regelmäßiges Überprüfen auf die Lesbarkeit der gespeicherten Daten ist unabdingbar und sollte im Backup-Plan enthalten sein.

Bildquelle: Tim Reckmann / pixelio