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Auch religiöse Apps können korrupt sein

Bibel-App

Experten des Sicherheitsunternehmens Proofpoint in Kalifornien haben 38000 Apps für iPhones und Android-Smartphones untersucht und herausgefunden, dass eine große Zahl dieser Programme mehr tun, als sie sollten. Apps stehlen Daten, schicken Listen mit Kontaktdaten oder Informationen über den Standort des Benutzers an die Betreiber und telefonieren ohne Erlaubnis.

Wenig verwunderlich ist, dass die Spitzenreiter unter den riskanten Apps zum Bereich Glücksspiel gehören – fast 14 Prozent der 23000 untersuchten Programme traten unangenehm in Erscheinung. So war die Kommunikation mit fremden Servern extrem stark, die Apps schickten Benutzerdaten an über 1.800 Server in 41 Ländern. Aber auch Kartenspiel-Apps, Taschenlampen-Apps und sogar Bibel-Apps verhielten sich unfein – letztere gehörten mit 3,7 Prozent von 5600 getesteten Apps sogar zu den Spitzenreitern des Tests. Eine der beliebtesten Bibel-Apps schickte Daten an 16 Server in drei verschiedenen Ländern, las SMS-Nachrichten, checkte sowohl das Adressbuch als auch Geräte- und Telefondaten und versucht (bei gerootetem Gerät) mit anderen Apps Kontakt aufzunehmen.

Koran-Apps sind allerdings nicht besser. Proofpoint stellte fest, dass eine der zehn am häufigsten heruntergeladenen Apps eindeutig als Riskware anzusehen ist. Die App installiert sich als Boot-App und nimmt Kontakt mit 31 Servern auf. Sie späht SMS-Nachrichten aus, übermittelt mitgeschnittene Nachrichten des Benutzers und kann seinen GPS-Standort mitteilen.

Dass allerdings auch profanes wie Taschenlampen-Apps mit Schadcode verseucht sind erstaunt schon ein wenig.

Diese Erkenntnisse des Sicherheitsunternehmens zeigen, dass sich Unternehmen um eine ausgeklügelte Sicherheitsstrategie für mobile Apps kümmern sollten.

Bildquelle: Vernon Chan / Waiting For The Word / Flickr – Lizenz: CC2